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▪ Station 4 von 7

Die Anzeige ist online. Gefunden wird sie trotzdem nicht.

Der Titel stimmt, die Anforderungen sind aufgeräumt, das Angebot ist konkret. Und dann passiert wenig. Zwischen einer guten Anzeige und einem Bewerber, der sie liest, steht Technik, um die sich in vielen Unternehmen niemand zuständig fühlt.

Suchen hat sich geändert

Früher tippten Bewerber Stichwörter ein und bekamen eine Linkliste. Heute stellen viele eine ganze Frage und bekommen eine Antwort:

„Ich bin 40, habe zehn Jahre Erfahrung im Einzelhandel und suche einen Job in Berlin bei einem Arbeitgeber, der nachhaltig arbeitet."

Wer so sucht, klickt nicht auf zehn Ergebnisse. Er bekommt drei genannt. Ob Sie darunter sind, hängt davon ab, ob Ihre Anzeige für eine Maschine lesbar und beantwortbar ist.

Der Selbsttest, der nichts kostet

Zehn Minuten, keine Anmeldung, kein Werkzeug.

  1. Formulieren Sie die Suchanfrage, die ein passender Bewerber stellen würde. Ganzer Satz, so wie ein Mensch spricht.
  2. Geben Sie sie in ChatGPT, Perplexity oder Google ein.
  3. Schauen Sie, ob Sie auftauchen.

Die Einschränkung, ohne die der Test wertlos ist: Suchen Sie nicht nach Ihrem Firmennamen. Den findet man immer. Der Test funktioniert nur mit einer Suche, die jemand stellt, der Sie noch nicht kennt.

Sechs technische Punkte, die häufig fehlen

Was fehltWas das bedeutet
JobPosting-Schema Ohne diese strukturierten Daten taucht die Stelle bei Google for Jobs nicht auf und ist für KI-Suchen praktisch unsichtbar. Es kommt vor, dass ganze Jobportale ohne dieses Schema ausliefern. Prüfbar über den Rich-Results-Test von Google.
validThrough Das Ablaufdatum im Schema. Steht dort ein Datum von vor zwei Jahren, weil die Anzeige als Daueranzeige läuft, stuft schon Google ab. KI-Systeme reagieren noch deutlicher.
Aktuelles Veröffentlichungsdatum Frische Inhalte werden bevorzugt. Eine Anzeige, die seit acht Monaten unverändert online steht, wird entsprechend behandelt.
Sprechende Adresse /jobs/augenoptiker-giessen statt /stellenanzeigen?id=1234. Die Adresse ist selbst ein Suchsignal.
Zugang für KI-Bots In der robots.txt Ihrer Seite steht, wer lesen darf. Wenn GPTBot dort ausgesperrt ist, kann keine KI Ihre Stellen kennen. Aufrufbar unter ihre-domain.de/robots.txt, das dauert dreißig Sekunden.
Lesbarer Text statt Bild Eine als Bild oder Bild-PDF hochgeladene Anzeige enthält für die Maschine keinen einzigen Buchstaben. Das gilt auch für Überschriften, die als Grafik eingebaut sind.

Der teuerste Fehler steht nicht in der Anzeige

Viele moderne Karriereseiten laden ihre Inhalte per JavaScript nach. Im Browser sieht das gut aus. KI-Systeme lesen solche Inhalte oft gar nicht, und Google braucht deutlich länger dafür und stuft sie tendenziell zurück.

Ein einfacher Hinweis darauf: Öffnen Sie Ihre Stellenübersicht und schalten Sie im Browser JavaScript ab. Was dann noch dasteht, sieht auch die Maschine.

Ein Kanal reicht nicht, zehn sind auch keine Lösung

Mehr Kanäle bringen nicht automatisch mehr passende Bewerber. Oft bringen sie mehr Streuverlust und eine höhere Rechnung. Nützlicher als die Zahl der Kanäle ist die Frage, welche davon bei Ihnen tatsächlich etwas liefern.

Dafür brauchen Sie eine Messung. Woher kamen die letzten zehn Bewerbungen, die wirklich gepasst haben? Wenn Sie das nicht beantworten können, ist das der erste Schritt, nicht das nächste Portal.

Wo Sichtbarkeit im Unternehmen liegenbleibt

Die Aufgabe verteilt sich auf drei Zuständigkeiten: HR schreibt die Anzeige, Marketing verantwortet die Website, IT die Technik dahinter. Solange nicht geklärt ist, wer das JobPosting-Schema pflegt, pflegt es niemand.

Genauso hilfreich ist eine Festlegung vorab: Wofür wollen Sie als Arbeitgeber gefunden werden? Welche Berufe, welche Region, welche Zielgruppe. Die meisten haben das im Kopf. Was nicht auf Papier steht, wird nicht umgesetzt.

Was Sie heute prüfen können

  • Machen Sie den Selbsttest oben. Ohne Firmennamen.
  • Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt auf. Steht dort etwas, das Bots aussperrt?
  • Geben Sie die Adresse einer Ihrer Stellenanzeigen in den Rich-Results-Test von Google ein. Wird ein JobPosting erkannt?
  • Steht im Schema ein plausibles Ablaufdatum?
  • Steht der Ort weit oben in der Anzeige, nicht erst am Ende?
  • Woher kamen Ihre letzten zehn passenden Bewerbungen?

Die technischen Punkte auf dieser Seite prüfe ich in der Anzeigen-Analyse mit, sofern die Anzeige unter einer eigenen Adresse erreichbar ist.

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Angenommen, die Anzeige wird gefunden und gelesen. Der Bewerber klickt auf „Jetzt bewerben". Dann beginnt bei vielen Unternehmen erst das Hindernis.