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▪ Station 6 von 7
Der Klick kommt, die Bewerbung nicht
Wenn die Anzeige gefunden und geklickt wird, aber trotzdem kaum Bewerbungen ankommen, liegt das Problem nicht mehr bei der Reichweite. Ein Klick heißt: Interesse. Eine Bewerbung heißt: Ich habe mich entschieden. Zwischen beidem liegt bei den meisten Unternehmen die Karriereseite.
Sechs Gründe, warum jemand wieder geht
| Was passiert | Was der Bewerber denkt |
|---|---|
| Die Seite hält nicht, was die Anzeige verspricht | In der Anzeige stand „modernes Team, viel Gestaltungsspielraum". Auf der Karriereseite steht ein Firmenporträt von 2018. |
| Kein Grund, der über den Job hinausgeht | Ich weiß jetzt, was ich tun soll. Ich weiß nicht, warum bei Ihnen und nicht woanders. |
| Keine Einblicke | Wer sitzt in dem Team? Wie sieht der Arbeitsplatz aus? Ich sehe nur Stockfotos. |
| Auf dem Handy unbrauchbar | Ich muss zoomen, um den Bewerbungsbutton zu treffen. |
| Langsam | Ich habe die Seite in der Bahn geöffnet und nach vier Sekunden zurückgeklickt. |
| Kein Mensch sichtbar | Es gibt keine Ansprechperson, nur ein Formular und eine info@-Adresse. |
Der letzte Punkt ist der billigste zu beheben und wird am häufigsten übersehen. Name, Foto und Durchwahl einer echten Person auf der Seite ändern die Hemmschwelle mehr als jede Formulierung.
Keine Stockfotos
Ein Bild von fünf lachenden Menschen um einen Laptop sagt nichts, weil es auf zweihundert anderen Karriereseiten auch steht. Ein Foto Ihrer echten Werkstatt, Ihres echten Ladens, Ihres echten Büros mit den Leuten, die dort arbeiten, ist weniger perfekt und deutlich wirksamer.
Dasselbe gilt für das Motiv in der Anzeige selbst. Das Firmengebäude aus der Vogelperspektive und die Nahaufnahme der Eingangstür sind die zwei häufigsten Motive und die zwei nutzlosesten. Sie zeigen, wo das Unternehmen ist, nicht, wie es dort ist.
Die Frage, die über die Bewerbung entscheidet
Bei fast jeder Stelle gibt es eine Frage, bei der ein guter Kandidat zögert. Bei einer IT-Stelle war es diese: Betreue ich einen Kunden und ein Projekt, oder bin ich mit meinem Spezialwissen für alle Projekte zuständig? Von der Antwort hing die Bewerbung ab, und weder Anzeige noch Karriereseite beantworteten sie.
Für Ihre Stelle: Was ist diese Frage? Und steht die Antwort irgendwo?
Jedes ungewöhnliche Detail wirft eine Folgefrage auf
„Bei uns gibt es einen Bürohund" klingt sympathisch. Wer allergisch ist, will wissen: einer oder fünf? Immer oder manchmal? In welchem Raum? Wer die Folgefrage nicht beantwortet, verliert genau die Leute, für die es wichtig ist. Das Muster gilt für alles Besondere, das Sie nennen: Workation, Schichtmodell, Projektrotation, Vier-Tage-Woche.
Eine FAQ, die zwei Dinge gleichzeitig tut
Eine Frage-und-Antwort-Sektion auf der Karriereseite nimmt Einwände vorweg, bevor jemand wegklickt. Und sie ist gleichzeitig das Format, das KI-Systeme am besten verwerten können, weil sie Fragen beantworten und hier die Frage schon mitgeliefert wird.
Fragen, die auf fast jede Karriereseite gehören:
- Wie läuft der Bewerbungsprozess ab, und wie lange dauert er?
- Brauche ich ein Anschreiben?
- Kann ich mich auch bewerben, wenn ich nicht alle Anforderungen erfülle?
- Wie ist die Homeoffice-Regelung? Bei Präsenzberufen: Wie verlässlich ist die Schichtplanung?
- Wie sieht die Einarbeitung in den ersten drei Monaten aus?
- Wer wäre meine Führungskraft, und wie groß ist das Team?
- Bilden Sie aus? Nehmen Sie Quereinsteiger?
- Wie schnell bekomme ich eine Rückmeldung?
Zwei Hinweise dazu. Erstens: Die FAQ sollte technisch als strukturierte Daten hinterlegt sein, sonst ist sie für Maschinen nur Fließtext. Zweitens: Ihre Search Console zeigt Ihnen, mit welchen Fragen Leute auf Ihrer Karriereseite landen. Diese Fragen gehören in die FAQ, nicht die, die Sie sich ausdenken.
Vertrauen kommt von außen
Was Sie über sich schreiben, zählt weniger als das, was andere über Sie finden. Verweise auf ein gepflegtes kununu-Profil, auf Ihre LinkedIn-Seite, auf die regionale Wirtschaftsförderung oder ein Branchenportal wirken doppelt: Menschen prüfen dort nach, und Suchsysteme werten die Einbettung.
Ein Google-Business-Profil mit aktuellen Angaben gehört dazu. Es kostet nichts und ist bei lokalen Suchen oft das Erste, was jemand von Ihnen sieht.
Was Sie heute prüfen können
- Öffnen Sie Ihre Karriereseite auf dem Handy. Wie lange dauert der Aufbau, und ist der Bewerbungsbutton ohne Zoomen zu treffen?
- Steht auf der Seite eine Person mit Namen und Gesicht?
- Sind die Bilder echt oder gekauft?
- Gibt es eine FAQ? Beantwortet sie die acht Fragen oben?
- Nehmen Sie einen Satz aus Ihrer Anzeige und suchen Sie ihn auf der Karriereseite. Passt das zusammen?
- Was ist die eine Frage, bei der ein guter Kandidat für Ihre Stelle zögert? Steht die Antwort irgendwo?
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Sechs Stationen, sechs mögliche Abbrüche. Die letzte Seite handelt davon, warum das Reparieren einer einzelnen Station meistens wenig bringt.