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▪ Station 1 von 7
Der Jobtitel entscheidet, ob Ihre Stelle überhaupt gefunden wird
„Wir finden einfach keine Bewerber" heißt oft: Niemand findet die Anzeige. Wer nach einem Beruf sucht, tippt den Namen dieses Berufs ein. Steht in Ihrem Titel etwas anderes, taucht die Stelle im Ergebnis nicht auf, egal wie gut der Text darunter ist.
Bei 23,4 Prozent der Fachkräfte verhindert ein unverständlicher Jobtitel die Bewerbung. Das ist der dritthäufigste Grund, noch vor vielem, worüber in Stellenanzeigen mehr diskutiert wird.
Was im Titel nichts zu suchen hat
Danach sucht niemand
- Mitarbeiter (m/w/d) im Bereich Kundenservice
- Spezialist Prozessoptimierung
- Therapielotse
- Customer Happiness Hero
- Kaufm. Mitarbeiter
- Maschinen-bau Ingenieur
Danach wird gesucht
- Kundenberater (m/w/d) in Gießen
- Prozessmanager Produktion (m/w/d)
- Logopäde (m/w/d) in Dresden
- Kundenberater (m/w/d), Vollzeit
- Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)
- Maschinenbauingenieur (m/w/d)
Vier Muster stecken dahinter:
Interne Bezeichnungen. „Mitarbeiter", „Spezialist", „Fachkraft" ohne Zusatz sagen nichts über den Beruf. Im Organigramm funktionieren sie, in der Suche nicht.
Kunstbegriffe. Sie sollen originell wirken und machen die Stelle unsichtbar. Wer als Logopädin arbeitet, sucht nach „Logopäde", nicht nach „Therapielotse".
Abkürzungen und Bindestriche an falscher Stelle. „MFA" ist in der Branche üblich und wird so gesucht. „Kaufm. Mitarbeiter" nicht. Ein Bindestrich mitten im Wort („Maschinen-bau") macht das Wort für Suchmaschinen unlesbar.
Sonderzeichen. Stern und Doppelpunkt im Titel werden von Jobbörsen technisch unterschiedlich ausgelesen, und nicht jedes Wort geht damit auf. „Anwalt:in" ist so ein Fall. Im Fließtext sind beide Zeichen unproblematisch. Die Regel gilt nur für den Titel.
Der Fehler, den fast jede Anzeige macht
Berufsbezeichnungen stehen im Titel oft in der gebeugten Form: „Wir suchen einen Steuerfachangestellten". Gesucht wird aber die Grundform: „Steuerfachangestellter".
Das trifft fast jede Anzeige, kostet Sichtbarkeit und fällt niemandem auf, weil der Titel ja korrektes Deutsch ist. Er ist nur nicht das, was jemand in ein Suchfeld tippt.
Der zweite Klassiker ist die veraltete Bezeichnung. Viele Unternehmen schreiben weiterhin „Bürokaufmann/-frau". Die aktuelle Berufsbezeichnung lautet seit 2014 „Kaufmann/-frau für Büromanagement", und danach wird auch gesucht.
Vier Prüfungen für den Titel: KERN
- Kompakt
- 40 bis 60 Zeichen. Was länger ist, schneidet die Jobbörse ab.
- Eindeutig
- Klare Kombination aus Beruf, Ort und Arbeitsmodell. Kein interner Jargon.
- Relevant
- Wichtigstes Wort steht vorn, (m/w/d) ans Ende. Hinten liest niemand mehr mit.
- Nachgefragt
- Begriffe, die wirklich gesucht werden. Prüfbar über Google Trends, Zeitraum auf 12 Monate stellen und nicht zu viele Wörter in eine Abfrage packen.
Region gehört in den Titel
Nicht nur wegen der klassischen Suche. Wer heute eine KI fragt, formuliert einen ganzen Satz: „Zeig mir Jobs als Augenoptiker in Gießen." Steht der Ort nicht im Titel, fällt die Stelle bei dieser Art Suche durch.
Synonyme mitdenken
Softwareentwickler oder Developer. HR Specialist oder Personalreferent. Beide Varianten haben eigene Suchvolumen. Wenn es fachlich passt, können Sie den Titel um verwandte Bezeichnungen ergänzen: Kaufmann für Büromanagement (m/w/d) | Bürokaufmann | Sachbearbeitung | Office Management. Damit erhöhen Sie die Chance, bei unterschiedlichen Suchanfragen aufzutauchen.
Die beste Quelle sitzt in Ihrem Haus
Fragen Sie die Kollegen, die den Job schon machen, wie sie ihn im Internet suchen würden. Der Fachbereich weiß, wie die Position in der Branche wirklich heißt. Die Personalabteilung kennt den Titel aus dem Stellenplan, und das sind selten dieselben Wörter.
Was Sie in zehn Minuten prüfen können
- Steht der Beruf in der Grundform im Titel, nicht gebeugt?
- Ist der Titel zwischen 40 und 60 Zeichen lang?
- Steht der Ort drin?
- Steht (m/w/d) am Ende, nicht in der Mitte?
- Würde jemand außerhalb Ihres Hauses diesen Titel eintippen?
- Was zeigt Google Trends für Ihren Titel im Vergleich zur naheliegenden Alternative?
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Der Titel bringt den Bewerber zur Anzeige. Was ihn dort als Nächstes vertreibt, ist meistens die Anforderungsliste.